Foodfotografie für Hotels: Warum Restaurant- und Frühstücksfotos über Buchungen entscheiden
Wenn Reisende ein Hotel suchen, prüfen sie längst nicht nur Zimmerfotos. Das Restaurant, das Frühstücksbuffet, die Bar oder die Terrasse entscheiden mit darüber, ob aus einem Blick aufs Angebot eine Buchung wird. Für Hotels mit eigener Gastronomie ist professioneller Food-Content deshalb kein Nice-to-have, sondern ein Teil der Buchungsstrecke – auf der Website, im Google-Unternehmensprofil, auf Buchungsportalen und in den sozialen Medien.
Warum das gastronomische Angebot bei der Hotelwahl mitentscheidet
Ein Hotelzimmer lässt sich online kaum testen – das Frühstück, die Gerichte im Restaurant oder die Atmosphäre an der Bar aber lassen sich zumindest in Fotos und kurzen Videos vorwegnehmen. Genau hier entsteht ein großer Teil des Vertrauens, das eine Buchung am Ende auslöst: Wer sieht, was ihn erwartet, hat weniger Grund zur Unsicherheit. Fehlt dieser Eindruck oder wirkt er veraltet und unprofessionell, wandern Interessierte weiter zum nächsten Haus – oft ohne eine einzige Nachricht zu schreiben.
Was die Datenlage zu Fotos und Buchungen zeigt
Mehr und bessere Fotos, mehr Anfragen
TripAdvisor hat 2014 in einer vielzitierten Auswertung untersucht, wie sich die Anzahl der Fotos auf einem Hotelprofil auf das Verhalten von Reisenden auswirkt. Verglichen mit Profilen ganz ohne Fotos stieg das Engagement der Nutzer – also die Zeit und Interaktion auf der Seite – bei mindestens einem Foto um 138 Prozent, bei über 100 Fotos um 151 Prozent und bei über 1.000 Fotos um 203 Prozent. Noch deutlicher war der Effekt auf die Wahrscheinlichkeit einer Buchungsanfrage: Sie stieg bei mindestens einem Foto um 225 Prozent, bei über 100 Fotos um 238 Prozent. TripAdvisor fasste das Ergebnis selbst so zusammen: Je mehr Fotos, desto besser schneidet ein Hotel ab.
Diese Zahlen stammen aus der Hotelbranche insgesamt, nicht speziell aus der Gastronomie im Haus. Sie zeigen aber den grundsätzlichen Mechanismus, der auch für Restaurant- und Frühstücksfotos gilt: Bildmaterial ist kein schmückendes Beiwerk, sondern ein messbarer Hebel für Interesse und Anfragen.
Schlechte Bildqualität kostet Vertrauen – und Umsatz
Die Kehrseite zeigt eine Untersuchung des Hotel-Softwareanbieters Eviivo, über die mehrere Branchenmedien berichteten: Teilnehmende bewerteten dieselbe Unterkunft nach einer professionellen Bildüberarbeitung deutlich positiver als anhand des unbearbeiteten Originalfotos – ein gutes Drittel hielt die beiden Aufnahmen sogar für Fotos unterschiedlicher Besuche, obwohl sie nur Minuten auseinanderlagen. Die Zahlungsbereitschaft der Teilnehmenden unterschied sich zwischen beiden Versionen um 80 bis 180 US-Dollar. Ein Teil der Befragten schloss aus schwachen Fotos zudem auf einen schwächeren Service. Mit anderen Worten: Unscharfe, schlecht ausgeleuchtete oder veraltete Aufnahmen vom Restaurant oder Frühstücksraum wirken sich nicht nur auf die Optik aus, sondern auf die wahrgenommene Qualität des ganzen Hauses.
Was Gäste bei Hotel-Food-Content wirklich sehen wollen
Reine Hochglanzaufnahmen von Einzelgerichten reichen bei Hotels oft nicht aus. Gäste wollen sich ein Bild vom tatsächlichen Erlebnis machen:
- Das Frühstücksbuffet oder die À-la-carte-Alternative – realistisch, nicht nur ein einzelnes Arrangement
- Signature-Gerichte des Restaurants, die das Haus von anderen unterscheiden
- Die Atmosphäre im Raum: Lichtstimmung, Tischdeko, Blick aus dem Fenster oder von der Terrasse
- Bar- oder Lounge-Bereich, falls vorhanden, inklusive typischer Getränke
- Kurze Reels, die Zubereitung, Buffetaufbau oder Service in Bewegung zeigen
Entscheidend ist, dass diese Aufnahmen tatsächlich zeigen, was Gäste im Haus erwartet – nicht generische Stockfotos, die auch auf jedes andere Hotel passen würden.
Die Besonderheit bei Hotels: mehrere Kanäle, ein Bildkonzept
Anders als ein einzelnes Restaurant bespielen Hotels in der Regel mehrere Touchpoints gleichzeitig: die eigene Website, das Google-Unternehmensprofil, Buchungsportale und die sozialen Kanäle – oft mit unterschiedlichen Formatanforderungen. Ein einmaliger Produktionstermin für das gastronomische Angebot lohnt sich hier besonders, weil dieselben Motive in verschiedenen Zuschnitten und Formaten über Wochen hinweg eingesetzt werden können, statt für jeden Kanal einzeln zu produzieren.
So gelingt ein Content Day für Restaurant und Frühstück im Hotel
- Vorbereitung: Signature-Gerichte, Buffet-Highlights und ein bis zwei Räume (Restaurant, Frühstücksraum, ggf. Bar) für das Shooting festlegen.
- Tageslicht nutzen: Frühstücksszenen vormittags, Dinner-Atmosphäre in der Dämmerung oder mit bewusst gesetztem Kunstlicht fotografieren.
- Formate mitdenken: Neben Fotos für Website und Google-Profil direkt kurze Reels für Social Media und Buchungsportale mitproduzieren.
- Rechte klären: Nutzungsrechte für Website, Google-Unternehmensprofil, Social Media und – falls gewünscht – Buchungsportale vertraglich eindeutig festhalten.
- Regelmäßig aktualisieren: Saisonale Gerichte oder ein neues Buffetkonzept nach einigen Monaten erneut dokumentieren, damit der Auftritt aktuell bleibt.
Genau diesen Ablauf deckt ein Content Day ab: ein geplanter Produktionstermin, an dem in wenigen Stunden Fotos und kurze Videoformate entstehen, die anschließend über mehrere Wochen für Website, Google-Unternehmensprofil und Social Media eingesetzt werden können.
Häufig gestellte Fragen
Lohnt sich professionelle Foodfotografie auch für kleinere Hotels?
Ja. Die oben genannten Effekte von Fotos auf Interesse und Buchungsanfragen gelten unabhängig von der Hausgröße. Gerade kleinere Häuser mit individuellem Charakter profitieren davon, ihre Besonderheiten – etwa ein inhabergeführtes Restaurant oder ein außergewöhnliches Frühstück – authentisch zu zeigen, statt mit generischen Motiven zu konkurrieren.
Reichen Handyfotos für das Google-Unternehmensprofil nicht aus?
Für gelegentliche, aktuelle Eindrücke können Handyfotos eine sinnvolle Ergänzung sein. Für die zentralen Motive – Frühstücksbuffet, Signature-Gerichte, Gastraum – zeigt die oben zitierte Untersuchung von Eviivo jedoch, wie stark sich professionelle Bildqualität auf die Wahrnehmung von Gästen auswirkt. Eine Kombination aus professionell produzierten Basismotiven und gelegentlichen aktuellen Schnappschüssen ist meist der praktikabelste Weg.
Wie oft sollte der Food-Content im Hotel aktualisiert werden?
Das hängt von der Speisekarte und dem Buffetkonzept ab. Bei saisonal wechselnden Gerichten oder einem neuen Frühstückskonzept empfiehlt sich eine Auffrischung alle paar Monate. Bleibt das Angebot weitgehend gleich, reicht häufig ein jährlicher Termin, ergänzt um kurze, aktuelle Aufnahmen für Social Media zwischendurch.
Sollten Zimmer und Gastronomie beim selben Termin fotografiert werden?
Das lässt sich kombinieren, braucht aber ausreichend Zeit im Ablauf, da Zimmerfotografie und Foodfotografie unterschiedliche Vorbereitung und Lichtsetzung erfordern. Für ein fokussiertes Ergebnis ist es oft sinnvoller, den gastronomischen Bereich als eigenen Schwerpunkt im Content Day zu behandeln und bei Bedarf einen weiteren Termin für Zimmer und Allgemeinbereiche einzuplanen.
Ob Frühstücksbuffet, Signature-Gericht oder Barkonzept: Wie ein solcher Content Day für die Gastronomie im Hotel konkret aussehen kann, zeigen ausgewählte Projekte im Portfolio. Für ein unverbindliches Erstgespräch erreichen Sie uns über die Kontaktseite.
Quellen

